What the fuck ist nur los mit uns?!

Liebe Ladies, ich muss es einfach mal loswerden. Schon länger zwickt mich da etwas und es wird auch nicht besser. Vielleicht kennt ihr das Problem ja auch und wir können mal darüber reden. Was zum Teufel ist nur los mit uns? Wir verbringen unsere Zeit damit uns ständig perfektionieren zu wollen und das absurderweise auch noch nach einem Vorbild, das auf gesunde Weise überhaupt nicht zu erreichen ist. Wir träumen davon so mager zu sein, wie die Topmodels dieser Welt oder einen Po zu haben wie vermeintliche Stars, die aber auch den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als sich um eben diesen zu kümmern. Wir kleistern unser Gesicht zu, damit man möglichst keine Mimik mehr erkennen kann. Wir zwängen uns in enge Wäsche, die unseren Körper formen soll anstatt einfach mal zu denken „Yeah man, das ist mein Zuhause, voll schön hier oder?“

Wenn ich ehrlich bin, gehöre ich auch zu den Frauen, die nie sonderlich glücklich in ihrem Körper waren. Schon als Kind wurde ich gern mal gehänselt, dass ich ja ein paar Kilos zu viel hatte und total unsportlich sei. So kam es also, dass ich meinen Körper eher mit einer Gleichgültigkeit empfand und als unschön angesehen habe. Attraktiv fand ich mich nur selten und mit dem ganzen Modeschnickschnack wollte ich am liebsten auch nichts zu tun haben. Mir war da der Grunge-Look schon viel lieber, und schwups war ich eins von diesen Mädchen, die einfach gerne mal dagegen waren und deren Look manchmal auch etwas wild daherkam. Verrückterweise hat schon Kurt Cobain damals mit Hingabe in sein Mikro „Come as you are“ gesungen aber was da an tiefgründige Bedeutung so hinter steckt… in den 90er war mir das ehrlich gesagt herzlich egal, ich wollte gar kein „Girlie“ sein und habe lieber in Chucks und Jeans durch meinen viel zu langen Pony geblinzelt und die Welt generell als äußerst oberflächlichen Ort wahrgenommen. Als ich dann irgendwann nach Köln gezogen bin, habe ich eine, in meinen Augen schlanke und hübsche, Frau kennengelernt und gemerkt, dass auch sie mit ihrem Körper haderte. Aus anderen Gründen als ich, aber doch auf die gleiche Art und Weise. Langsam habe ich angefangen mich umzuschauen und JEDE Frau, die ich gefragt habe, konnte mir sofort sagen, was genau sie an ihrem Körper nicht hübsch fand. Dabei wurden meistens auch echt üble Wörter benutzt und es war oftmals nicht die fast schon angenehme Gleichgültigkeit, die ich selbst über die Jahre entwickelt hatte.

Heute, 20 Jahre später, frage ich mich manchmal was genau Kurt Cobain uns eigentlich alles so sagen wollte? Gut, an die Frauenbewegung hat er wahrscheinlich nicht gedacht, aber ist es nicht so, dass jeder Mensch besonders ist und das völlig unabhängig von der Konfektionsgröße? Schließlich wählt man sich seine Freunde ja eben nicht nach der Kleidergröße aus sondern schlicht nach Sympathie.

In den letzten Jahren war mein Gewicht eine wilde Achterbahnfahrt von Größe 40 zu Größe 46, zurück auf 38 und jetzt bin ich wieder so bei 42 ungefähr gelandet und habe festgestellt, dass sich meine Persönlichkeit in keinster Weise verändert hat, zumindest nicht gleichzeitig mit meinem Gewicht. Sie hat weder mit meinem Po zugenommen, noch hat sie an Ausstrahlung verloren. Sag ich jetzt mal einfach so, aber der Mann kann das bestätigen. Er murmelt immer ein „Was Du immer hast, ich lieb Dich doch nicht wegen Deinen Kilos!“ und damit ist das Thema auch schon wieder für ihn erledigt. Er schüttelt den Kopf, wenn ich wieder einmal vor dem Spiegel stehe und mich frage, ob die Reiterhosen mehr geworden sind oder ob die Zellulite da schon immer war und wenn ich ihn frage verschwindet er schnell, weil er weiß, dass jetzt keine Antwort wirklich richtig ist. Ach was wäre es schön, wenn wir Frauen uns mal mit den Augen unserer Partner oder auch Freunde sehen könnten. Aber nee, wir stecken so viel Energie in Dinge, die genau genommen, einfach nicht ausschlaggebend sind. Na klar, wollen wir uns alle in unserem Körper wohlfühlen und Sport und Ernährung helfen uns hierbei natürlich auch. ABER und das sage ich aus tiefer Überzeugung, beides muss Spaß machen. Wieso sollten wir auch sonst unsere Energie dafür verwenden, wenn es uns nicht ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Genau genommen, wäre das ja ganz schön unklug oder? Ich bin übrigens auch fest davon überzeugt, dass jeder Mensch grundsätzlich Spaß an Bewegung und Ernährung haben kann, manchmal muss man nur mehrere Versuche starten und ein bißchen probieren. Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine große Schublade voller Sportklamotten haben werde, dann hätte ich diese Person wohl groß angeschaut und gelacht. Heute muss ich eben diese Schublade sogar regelmäßig aufräumen und aussortieren, damit sie nicht aus allen Nähten platzt. Crazy shit oder? 😊 Das Leben hält so viele Überraschungen für uns bereit und wir haben es in der Hand unsere Energie so zu lenken, wie wir es gerne möchten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich einiges durch meine Brustkrebserkrankung gelernt aber vor allen Dingen: Das Leben ist zu kurz um Dinge zu tun, an denen ich keinen Spaß habe. Außerdem ist mir ist nie so bewusst gewesen, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe und als ich da letztens so in der Umkleidekabine des Wäscheladens rumstand, ist mir klargeworden, dass es völlig irrelevant für mein Leben ist, ob fremde Menschen mich als schön empfinden. Solange ich mich selbst schön finde, BIN ich schön! Egal ob ihr grad mitten in der Chemo steckt oder mit den Narben Eurer OP hadert, oder was auch immer Euch durch den Kopf geht wenn ihr in den Spiegel schaut, wir sind alle einzigartig und wunderschön und das kann eigentlich nicht oft genug gesagt werden!

In diesem Sinne, habt einen guten Start in die Woche und … come as you are :-*

 

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Ich bleib dabei: Sport soll Spaß machen! 🙂

 

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