Ganeshas Nougat (Laddu)

75 g Ghee (Du kannst auch Ghee und Kokosöl mischen wenn Du das magst)
50g Kokosblütenzucker
100g Kichererbsenmehl
30g Kokosflocken
2-3 EL Nüsse (Mandeln, Walnüsse, Haselnüsse, alles was der Wald so hergibt)

Das Ghee und den Kokosblütenzucker langsam (das ist echt wichtig!) in einem Topf schmelzen, das Rühren bitte nicht vergessen sonst brennt diese Mischung ganz schnell an und dann wird es fies. 😉

Anschließend das Kichererbsenmehl nach und nach dazu mischen, dann folgen die Kokosflocken und die Nüsse.
Die Masse nun auf einem Backbleck (am besten Papier unterlegen) verteilen und abkühlen lassen.

Sobald das Laddu abgekühlt ist, kann es in Stücke zerbrochen und gekostet werden.

Lass es Dir schmecken!

 

Maker:S,Date:2017-11-10,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E-Y
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Dinkel-Kartoffelbrot

500g Dinkelmehl (Typ 630)
¼ Hefewürfel
12 g Salz
3 EL Olivenöl
250g Kartoffel
1-2 Knoblauchzehen
1-2 Rosmarinzweige
150g Camembert
Variante 1: Zwiebeln und Speck anbraten und in den Teig (NACH dem Ruhen)
Variante 2: Pilze und Zucchini zu den Kartoffeln geben und mit anbraten

Fangen wir mit dem Teig an: Mehl, Hefe und 325 ml Wasser in eine große Schüssel geben und 10 Minuten kneten (die Hefe am besten zunächst etwas im Wasser in einer Mehlmulde auflösen).
In der Zwischenzeit in 50ml Wasser 12g Salz auflösen und nach dem Kneten dem Teig zuführen. Nochmal kneten bis alles schön vermischt, weich und klebrig ist (mit frisch gewaschenen leicht feuchten Händen klappt das am besten).
Die Schüssel jetzt mit einem Tuch bedecken und an einem kühlen Ort ca. 8 Stunden ruhen lassen (am besten am Abend vorher zubereiten und dann den Teig über Nacht ruhen lassen). *ratatüüü*

Am nächsten Morgen den Teig „aufziehen“, d.h. mit nassen Händen den Teig aus der Schüssel heben, so dass er sich von der Schüssel löst und dann wieder zurücklegen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen und dem Teig dabei gut zureden und ganz viel Liebe geben, damit er dann nochmals 2 Stunden ruhen kann. 😉

Den Backofen schon mal an machen und auf 240 Grad Umluft vorheizen.

In der Zwischenzeit das Backblech mit Papier auslegen und dieses dünn mit Olivenöl bestreichen. Den Teig jetzt mit nassen Händen auf dem Blech verteilen und erst einmal zur Seite stellen, damit er hier wieder ein paar Minuten ruhen kann.

Als nächstes der Belag: die Kartoffel putzen (oder auch schälen, wie Du es magst) und in dünne Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und ebenfalls in dünne Scheiben schneiden, den Rosmarin waschen und zupfen (schneide ihn gerne auch klein, falls Du die großen „Stacheln“ nicht im Mund haben möchtest).
Alles zusammen leicht anbraten und dann Deckel drauf, ca. 5 Minuten dünsten und wenn es zu brenzlig wird, gerne auch umrühren. Die Kartoffeln sind nun leicht angegart, aber eben noch nicht ganz durch.

Jetzt ist es endlich soweit, Teig und Belag finden zueinander! 😊
Die Kartoffeln auf dem Teigfladen verteilen und den Käse anschließend in kleine Stücke reißen und drüber streuseln (so gut sich Camembert eben streuseln lässt) und ab in den Ofen damit!

Backzeit sind ungefähr 20-25 Minuten.

Anschließend in Stücke schneiden. Hierzu passt wunderbar ein frischer Salat.

Lass es Dir schmecken!

 

… und da waren sie auf einmal wieder, die kleinen Monster

Die letzten Wochen ist es etwas ruhig um mich geworden. Meine Zeit habe ich zwar auch mit dem Laptop auf den Knien verbracht aber mehr zum lernen als zum schreiben. Musculus Gluteus Maximus und seine Freunde wollten in mein Hirn und wenn ich ehrlich bin, ich habe noch viel zu lernen. Auch wenn das in mir gelegentlich einen leichten Druck auslöst, so habe ich doch großen Spaß daran, mir dieses Wissen anzueignen. Ich gebe zu, dass es manchmal leichter wäre, wenn die Praxis nicht noch so lange auf sich warten lassen würde, aber das mit der Geduld hatten wir ja schon. Ich übe also weiterhin und freue mich darauf, wenn es dann endlich ans praktische Üben geht.
Die letzten beiden Wochenenden hatte ich meine erste große Herausforderung. Meine Yoga-Trainer-Ausbildung stand an und was habe ich mich darauf gefreut. In meiner Vorstellung würde ich mit anderen Neu-Yogis auf der Matte sitzen und gespannt den Worten eines erfahrenen Yogis lauschen. Zwischendurch gäbe es Tee und man tauscht sich aus über die eigenen Erfahrungen und wie man dazu gekommen ist, dass Yoga aus dem eigenen Leben nicht mehr wegzudenken ist. Die Realität sah ehrlich gesagt etwas anders aus.

Für mich ist es immer eine kleine Herausforderung eine neue Gruppe Menschen kennenzulernen bzw. mich dieser vorzustellen. Sag ich nun, dass ich Brustkrebs gefolgt von Panikattacken und einer Depression hatte oder nicht? Grundsätzlich finde ich es nicht schlimm darüber zu sprechen aber zunächst einmal möchte ich auch nicht jedem meine Geschichte sofort erzählen und dann ist es halt auch ein echter „Stimmungskiller“ und großer Stempel, den man sich selbst mal eben aufdrückt. Das alles wollte ich aber diesmal nicht. Der Brustkrebs sollte nicht mit auf meine Yogamatte und so habe ich mich nur ganz kurz vorgestellt, ohne Geschichte und Ausschmückungen und ohne es zu merken, bin ich so auch in eine Schublade gelandet bzw. hatte ich einen Stempel auf der Stirn aber eben einen ganz anderen. Ohne es zu wissen, habe ich so auch noch meine kleinen Monster auf die Matte eingeladen und wie es so ist mit den kleinen Dingern, die lassen sich nicht lange bitten und sitzen sofort ganz präsent da und flüstern Dir komische Sachen ins Ohr.

So kam es also, dass ich mich so überhaupt gar nicht wohlgefühlt habe in dieser Gruppe Ich habe mich nicht wahrgenommen gefühlt und war verunsichert weil die Gruppe nichts von meiner eigentlichen Vorstellung hatte. Wie das halt eben so ist im Leben. Manchmal kommt es anders und meistens als man denkt. Hinzu kommt, dass ich tief in mir drin auch ein echt schüchternes kleines Mädchen habe (jaja man glaubt es kaum) und wenn ich mich nicht ganz wohl fühle, übernimmt die Kleine gerne mal die Führung und schwups sitze ich auf meiner Yogamatte und kämpfe mit mir selbst. Ich mache mir Gedanken darüber was die anderen jetzt von mir denken und wieso mich niemand so recht wahrnimmt, weil ich doch eigentlich wirklich nett bin. Gut, ich bin jetzt nicht die klassische Fitnesstrainerin, die hier ihren Yoga-Schein macht, aber wie langweilig wäre die Welt, wenn wir uns alle ähneln würden? Ich bin mir sicher, dass die anderen Teilnehmerinnen gar nicht so gedacht haben, wie es sich für mich angefühlt hat. Leider ist ja aber genau das, das Verzwickte mit den kleinen Monstern, meistens gaukeln sie uns etwas vor. Es kam also wie es kommen musste, irgendwann war der Punkt erreicht an dem ich mich überfordert gefühlt habe. Nicht aufgrund des Wissens was dort vermittelt worden ist, sondern eher aufgrund vieler kleiner Dinge, die sich an diesem Tag auf meiner Matte getroffen haben. Dass mir Freitag ein neues 3-Monatsdepot meiner Anti-Hormon-Therapie gespritzt worden ist, hat die Sache auch nicht einfacher gemacht und so saß ich dann auf einmal zitternd, den Tränen nahe auf meiner Yogamatte und wollte am liebsten wegrennen. Wellen voller Hitze durchfluteten meinen Körper und in meinem Bauch hatte sich seit langem wieder einmal ein dicker großer Klumpen Angst gesammelt. Angst davor von fremden Menschen bewertet zu werden, nicht zu genügen, nicht gemocht zu werden und kläglich mit meinem Weg zu scheitern, weil ich eben nicht gut genug bin. Dicht gefolgt hat sich dann natürlich auch wieder die Wut dazu gesellt. Die Zwei sind ja eigentlich immer zusammen unterwegs und so saß ich da nun. Das Handtuch vor mein Gesicht gepresst und ziemlich hilflos aufgrund dieser ganzen Emotionen, die ausgerechnet jetzt hochkamen. Wäre ich alleine gewesen, hätte ich wohl geschrien, meine Boxhandschuhe genommen und den Sandsack malträtiert. Aber ich war nicht alleine, ich saß inmitten einer Gruppe fremder Menschen, die keine Ahnung hatten, was da grad alles auf meiner Matte passierte und wenn ich ehrlich bin, zeigten die meisten auch kein großes Interesse daran. Warum auch, sie kannten mich ja nicht und hatten keine Ahnung was in den letzten 2 Jahren in meinem Leben passiert ist. Vielleicht kämpfen sie grad auch mit ihren ganz eigenen kleinen Monstern, man weiß es nicht. Da ich ja so mit mir selbst beschäftigt war, hatte ich auch nicht nachgefragt…

Was habe ich also getan um aus meiner Bredouille rauszukommen? Zunächst habe ich versucht mich ganz auf mich selbst zu konzentrieren. Neben mir von der Matte habe ich beruhigende Worte vernommen, aber in dem Moment konnte ich das nicht so richtig wahrnehmen. Mein Atem war hektisch und schnell und Tränen liefen in mein Handtuch. Irgendwann habe ich die Augen geschlossen und versucht meinen Atem zu beruhigen. Als das nicht wirklich geholfen hat, da ich ja jegliches Vertrauen in mich selbst mal eben weggesperrt hatte, habe ich das getan was wohl einige Yogis getan hätten: Ich habe mir vorgestellt, dass Kali mir hilft meine Monster zu zerstören. Es ist jetzt nicht so, dass ich mich besonders gut mit den Göttern und Göttinnen auskennen würde, da habe ich noch ordentlich Luft nach oben und ich freue mich darauf sie alle kennenzulernen. Kali hingegen ist mir direkt ans Herz gewachsen. Sie ist die Göttin der Zerstörung und sieht immer recht wild und bedrohlich aus. Das muss sie auch, schließlich hilft sie uns dabei, gegen die inneren Dämonen zu kämpfen und diese zu zerstören. Da war sie also bei mir an der richtigen Stelle und wie ich mir so vorgestellt habe, dass ich ein wenig göttliche Unterstützung hatte, ging es mir langsam aber sicher auch wieder besser. Mein Atem wurde ruhiger und nach ein paar langen Minuten war das Schlimmste überstanden und ich konnte mich wieder meiner Praxis widmen, zwar recht zögerlich und immer noch mit meinen Kritikern kämpfend aber der Tag war ohnehin fast vorbei und als ich dann einige Zeit später auf meinem Fahrrad saß, habe ich noch eine Runde durch den Stadtwald gedreht und meinen Emotionen Luft gemacht. Schreien ist eine gute Sache und als einige Krähen tatsächlich auf mein Rumgebrülle geantwortet haben, habe ich langsam aber sicher wieder zu mir selbst gefunden.

Zuhause ging es dann erstmal zur Entspannung in die Badewanne und ich habe besonders liebevoll die Stelle am Bauch massiert, an der am Tag zuvor mein Anti-Hormon-Depot reingespritzt wurde. Ein Schutzschild soll sie sein, wie mir meine Frauenärztin nochmal ins Gedächtnis gerufen hat. An vielen Tagen kann ich das mittlerweile auch so sehen, aber wenn die Knochen/Gelenke schmerzen und ich ein Spielball meiner Emotionen bin, dann konzentriert sich meine ganze Wut auf dieses Thema und was damit so zusammenhängt. Aber verrückterweise lerne ich aus diesen Momenten der Angst unglaublich viel, über mich selbst, über die Art wie ich unterrichte und so bin ich dann doch irgendwie dankbar… hinterher… wenn es vorbei ist. Dankbar, für die kleinen Monster, die mich immer wieder an den Rand der Verzweiflung treiben, nur um mir wieder etwas beizubringen. Sie zeigen mir, dass mein Weg ein Herzensweg ist und kein Weg der Angst. Auch wenn ich manchmal etwas länger brauche um sie zu verstehen, aber zu überhören sind sie zum Glück nicht mehr.

Die sog. Lernprobe am nächsten Tag habe ich -wie ich finde- gut gemacht. Besonders wenn man bedenkt, dass ich vorher noch nie einen Kurs gegeben, geschweige denn die Ujjyai-Atmung angeleitet habe und mit der letzten Panikattacke im Nacken, kann ich mich nicht beschweren. Um das so an- und wahrzunehmen habe ich etwas Zeit gebraucht, aber es ist soweit… proudly presents und so… Trommelwirbel…

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Ich nehme aus diesen 4 Tagen also nicht nur das vermittelte Yoga-Wissen mit sondern auch ganz viel über mich selbst, meine kleinen Monster und dem Wissen, dass ich meinen eigenen Yoga-Weg längst gefunden habe. Mein Herz wird mich hier schon führen. Bisher hat es den Job ja auch echt gut gemacht, also lehne ich mich da jetzt wieder vertrauensvoll zurück und genieße mein Umfeld mit vielen wundervollen Menschen, die ich sehen darf und die mich sehen, so wie ich bin. Ich freue mich darauf weiter zu lernen und ach was soll ich sagen… bis eine Blume blüht, dauert es ja auch so seine Zeit oder wie die großartige Astrid Lindgren es mal ausgedrückt hat „Lass Dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar!“

 

What the fuck ist nur los mit uns?!

Liebe Ladies, ich muss es einfach mal loswerden. Schon länger zwickt mich da etwas und es wird auch nicht besser. Vielleicht kennt ihr das Problem ja auch und wir können mal darüber reden. Was zum Teufel ist nur los mit uns? Wir verbringen unsere Zeit damit uns ständig perfektionieren zu wollen und das absurderweise auch noch nach einem Vorbild, das auf gesunde Weise überhaupt nicht zu erreichen ist. Wir träumen davon so mager zu sein, wie die Topmodels dieser Welt oder einen Po zu haben wie vermeintliche Stars, die aber auch den ganzen Tag nichts anderes zu tun haben, als sich um eben diesen zu kümmern. Wir kleistern unser Gesicht zu, damit man möglichst keine Mimik mehr erkennen kann. Wir zwängen uns in enge Wäsche, die unseren Körper formen soll anstatt einfach mal zu denken „Yeah man, das ist mein Zuhause, voll schön hier oder?“

Wenn ich ehrlich bin, gehöre ich auch zu den Frauen, die nie sonderlich glücklich in ihrem Körper waren. Schon als Kind wurde ich gern mal gehänselt, dass ich ja ein paar Kilos zu viel hatte und total unsportlich sei. So kam es also, dass ich meinen Körper eher mit einer Gleichgültigkeit empfand und als unschön angesehen habe. Attraktiv fand ich mich nur selten und mit dem ganzen Modeschnickschnack wollte ich am liebsten auch nichts zu tun haben. Mir war da der Grunge-Look schon viel lieber, und schwups war ich eins von diesen Mädchen, die einfach gerne mal dagegen waren und deren Look manchmal auch etwas wild daherkam. Verrückterweise hat schon Kurt Cobain damals mit Hingabe in sein Mikro „Come as you are“ gesungen aber was da an tiefgründige Bedeutung so hinter steckt… in den 90er war mir das ehrlich gesagt herzlich egal, ich wollte gar kein „Girlie“ sein und habe lieber in Chucks und Jeans durch meinen viel zu langen Pony geblinzelt und die Welt generell als äußerst oberflächlichen Ort wahrgenommen. Als ich dann irgendwann nach Köln gezogen bin, habe ich eine, in meinen Augen schlanke und hübsche, Frau kennengelernt und gemerkt, dass auch sie mit ihrem Körper haderte. Aus anderen Gründen als ich, aber doch auf die gleiche Art und Weise. Langsam habe ich angefangen mich umzuschauen und JEDE Frau, die ich gefragt habe, konnte mir sofort sagen, was genau sie an ihrem Körper nicht hübsch fand. Dabei wurden meistens auch echt üble Wörter benutzt und es war oftmals nicht die fast schon angenehme Gleichgültigkeit, die ich selbst über die Jahre entwickelt hatte.

Heute, 20 Jahre später, frage ich mich manchmal was genau Kurt Cobain uns eigentlich alles so sagen wollte? Gut, an die Frauenbewegung hat er wahrscheinlich nicht gedacht, aber ist es nicht so, dass jeder Mensch besonders ist und das völlig unabhängig von der Konfektionsgröße? Schließlich wählt man sich seine Freunde ja eben nicht nach der Kleidergröße aus sondern schlicht nach Sympathie.

In den letzten Jahren war mein Gewicht eine wilde Achterbahnfahrt von Größe 40 zu Größe 46, zurück auf 38 und jetzt bin ich wieder so bei 42 ungefähr gelandet und habe festgestellt, dass sich meine Persönlichkeit in keinster Weise verändert hat, zumindest nicht gleichzeitig mit meinem Gewicht. Sie hat weder mit meinem Po zugenommen, noch hat sie an Ausstrahlung verloren. Sag ich jetzt mal einfach so, aber der Mann kann das bestätigen. Er murmelt immer ein „Was Du immer hast, ich lieb Dich doch nicht wegen Deinen Kilos!“ und damit ist das Thema auch schon wieder für ihn erledigt. Er schüttelt den Kopf, wenn ich wieder einmal vor dem Spiegel stehe und mich frage, ob die Reiterhosen mehr geworden sind oder ob die Zellulite da schon immer war und wenn ich ihn frage verschwindet er schnell, weil er weiß, dass jetzt keine Antwort wirklich richtig ist. Ach was wäre es schön, wenn wir Frauen uns mal mit den Augen unserer Partner oder auch Freunde sehen könnten. Aber nee, wir stecken so viel Energie in Dinge, die genau genommen, einfach nicht ausschlaggebend sind. Na klar, wollen wir uns alle in unserem Körper wohlfühlen und Sport und Ernährung helfen uns hierbei natürlich auch. ABER und das sage ich aus tiefer Überzeugung, beides muss Spaß machen. Wieso sollten wir auch sonst unsere Energie dafür verwenden, wenn es uns nicht ein Lächeln ins Gesicht zaubert? Genau genommen, wäre das ja ganz schön unklug oder? Ich bin übrigens auch fest davon überzeugt, dass jeder Mensch grundsätzlich Spaß an Bewegung und Ernährung haben kann, manchmal muss man nur mehrere Versuche starten und ein bißchen probieren. Wenn mir jemand vor 10 Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine große Schublade voller Sportklamotten haben werde, dann hätte ich diese Person wohl groß angeschaut und gelacht. Heute muss ich eben diese Schublade sogar regelmäßig aufräumen und aussortieren, damit sie nicht aus allen Nähten platzt. Crazy shit oder? 😊 Das Leben hält so viele Überraschungen für uns bereit und wir haben es in der Hand unsere Energie so zu lenken, wie wir es gerne möchten. Wenn ich ehrlich bin, habe ich einiges durch meine Brustkrebserkrankung gelernt aber vor allen Dingen: Das Leben ist zu kurz um Dinge zu tun, an denen ich keinen Spaß habe. Außerdem ist mir ist nie so bewusst gewesen, dass ich mein Leben selbst in der Hand habe und als ich da letztens so in der Umkleidekabine des Wäscheladens rumstand, ist mir klargeworden, dass es völlig irrelevant für mein Leben ist, ob fremde Menschen mich als schön empfinden. Solange ich mich selbst schön finde, BIN ich schön! Egal ob ihr grad mitten in der Chemo steckt oder mit den Narben Eurer OP hadert, oder was auch immer Euch durch den Kopf geht wenn ihr in den Spiegel schaut, wir sind alle einzigartig und wunderschön und das kann eigentlich nicht oft genug gesagt werden!

In diesem Sinne, habt einen guten Start in die Woche und … come as you are :-*

 

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Ich bleib dabei: Sport soll Spaß machen! 🙂

 

Embrace

Eigentlich sollte mein nächster Beitrag etwas über positives Mindset usw. werden aber irgendwie hat sich da heute etwas dazwischengeschoben, was ich gerne mit Euch teilen möchte. Aber keine Sorge, das Thema Mindset liegt mir auch am Herzen und aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben.

Dank dem Sturmtief Frederike sieht mein heutiger Tag etwas anders aus als geplant. Gut, ist jetzt nicht so als wenn ich nicht mittlerweile daran gewöhnt bin, dass sich Pläne in meinem Leben irgendwie nicht wirklich auszahlen und auch für Überraschungen halte ich gerne mal die Augen offen aber naja manchmal merkt man gar nicht, wie sehr einem etwas fehlt, weil es bereits zur Normalität geworden ist. Man hat sich daran gewöhnt und vermisst es gar nicht mehr… bis zu diesem einem Augenblick. Den man nicht herbeisehnen oder planen kann, er passiert einfach.

Heute habe ich also dann meine Chance genutzt und bin bei recht schönem Wetter in die Innenstadt geradelt und wollte „nur eben schnell“ ein Paket bei der Post abholen. Auf einmal stand ich mitten in der Fußgängerzone und dachte mir so, dass ich ja auch mal eine Runde drehen könnte, wenn ich schon einmal hier bin und 5 Minuten später stand ich vor meinem liebsten Unterwäscheladen und war selbst irgendwie etwas verdutzt, dass mein Weg mich recht schnell hierhin geführt hatte. Vor meiner Diagnose im Januar 2016 war ich tatsächlich das letzte Mal shoppen und ich gebe zu, dass ich auch schon den ein oder anderen Euro in diesem Laden gelassen habe. Was soll ich sagen „Ich bin so froh, dass ich ein Määädchen bin…!“ Aber dann war auf einmal alles anders. Während der Chemo ist es durchaus ratsam sich eher bequem und nicht ganz so schick anzuziehen, schließlich könnte ja was daneben gehen und das Zeug möchte man einfach auch nicht auf seinen Klamotten haben. Nach der OP gab es dann die Anordnung erstmal nur enge Sport-BHs zu tragen und irgendwie hat sich da auch ein unschönes Körpergefühl eingeschlichen. Zunächst waren es „nur“ die Narben aber dann kam die Thrombose und auf einmal hieß es, dass ich den Strumpf immer tragen müsse. Ganz nebenbei hatte ich während der Chemo ordentlich zugelegt und von meinem fitten Körper war bald irgendwie nicht mehr so viel zu sehen. Zumindest empfand ich das so… Herzlichen Dank an dieser Stelle auch an meinen Stoffwechsel, der ja jetzt meint, er wäre in den Wechseljahren und könne einfach so Fettpölsterchen bilden, die einfach nicht mehr wegwollen. Na wartet, ich krieg Euch irgendwann auch noch!

Das Sanitätshaus in dem ich meine Kompressionsstrümpfe kaufte, war irgendwie auch keine große Hilfe auf der Suche nach einem neuen „jungen“ BH. Hier habe ich auf meine Nachfrage die Antwort bekommen „Oh ne für Sie haben wir nichts, Sie haben ja noch beide Brüste!“ Öh ahso, ja jut aber Gewebe und Lymphknoten sind ja trotzdem entfernt worden ne. Irgendwann möchte man dann aber auch jetzt nicht mehr mit Hinz und Kunz an der Ladentheke über die genauen Details reden und so bin ich entschwunden und habe mich mit meinen vorhandenen Sport-BHs arrangiert. Bis eben heute… whoop whoop…

Irgendwie war mir schon echt etwas mulmig aber umdrehen war mir jetzt auch zu blöd, also bin ich einfach mal reingeschlendert und hab erstmal so getan als wenn ich erst letzte Woche noch hier war. Schnell stand ich inmitten von schlanken narbenfreien Frauen etwas hilflos in der Gegend rum. Eine gewisse Reizüberflutung kann ich ehrlich gesagt nicht leugnen aber als ich dann die Sport-BHs entdeckt habe, bin ich dort erst einmal ganz begeistert hingestürmt. Bei dem Thema kenne ich mich schließlich aus. Aber in der Umkleide habe ich festgestellt, dass auch die eben halt nicht wirklich hübsch sind, funktionell ohne Frage, bequem sicherlich aber neee… irgendwie wollte ich etwas anderes. Die nette Verkäuferin hat wohl mein bedröppeltes Gesicht gesehen und mir ihre Hilfe angeboten und schwups war geklärt, was ich gerne hätte und ich stand mal wieder halbnackig in einem Raum aber diesmal war er warm und nicht ganz so grell ausgeleuchtet. Das einzige was leuchtete war die noch recht gereizte Narbe von meinem Port und ich habe mich wieder einmal gefragt, wie genau der nette Chirurg es wohl gemeint hat, als er mir erzählte, dass er den Schnitt so setzen würde, dass ich ihn später ganz easy unter dem BH verstecken könne. Neeee das klappt irgendwie nicht so gut, da stimmt was nicht!

Nun ja, einige Minuten später kam die Verkäuferin mit einigen BHs in meine Umkleide und hielt sie mir freudestrahlend entgegen. „Oh nee, ich glaube die kann ich nicht tragen, ich brauche eher so Funktionelle wissen sie?! Auch wegen dem Lymphstau der entstehen kann. Sie lächelte und meinte, ich solle sie ruhig mal probieren. Gesagt getan und als sie wieder ihren Kopf in meine Kabine steckte, guckte ich ganz selbstverliebt in den Spiegel und da war es auch schon wieder soweit… Tränen kullerten meine Wagen runter. Aber diesmal waren es keine Tränen der Angst oder der Wut. Panik verspürte ich auch nicht, ganz im Gegenteil, ich war überwältig vor Glück und Freude daran, dass ich mir wieder etwas zurückgeholt habe, was der Krebs mir genommen hat. Das Gefühl meinen Körper zu mögen, mit all seinen Narben, Fettpölsterchen und sogar den ollen Kompressionsstrümpfen und ihm endlich auch nach außen wieder strahlen zu lassen. Mein Herz strahlt ja schon etwas länger wieder aber wenn mir Menschen in den letzten Monaten gesagt haben, dass ich gut aussehe, konnte ich das nie annehmen. Für mich hat sich das ganz anders angefühlt, bevor ich krank wurde, ja da war alles gut. Aber nach der OP empfand ich mich nicht mehr als schön und schon gar nicht anziehend und ich war so überhaupt nicht im Reinen mit meinem Körper. Aber meine Aufmerksamkeit war zunächst auf andere Dinge gelenkt. Erst kam die Thrombose und dann die Panikattacken, die Depression und der Zusammenbruch und so habe ich gar nicht gemerkt, wie ich immer mehr verloren habe. Bis zu diesem Moment wo ich mich selbst im Spiegel gesehen habe, der neue BH glitzerte, die Narben mir ein Gefühl von Stolz gaben und die Pölsterchen nur ein Schulterzucken ausgelöst haben. Da war wirklich kein Halten mehr und ach aus Freude weinen ist ja auch einfach so viel schöner! Die Verkäuferin hat mich übrigens wissend angelächelt und mir ohne Worte ein Taschentuch gereicht. Was mich nur noch mehr zu Tränen gerührt hat.

Brustkrebs ist ein mega großes Arschloch, das steht außer Frage aber er kann uns Frauen auch auf eine ganz besondere Weise verbinden. Wir müssen es nur zulassen und vor allen Dingen, müssen wir aufhören uns selbst zu geißeln weil wir ein paar Kilos zuviel haben. Das Leben und vor allen Dingen die Ernährung und der Sport sollen Spaß machen! Das gilt ja übrigens auch für die Herren… ich sachs nur mal so ne. Jeder Mensch ist schön und wertvoll (und es gibt echt keinen Grund in ollen BHs rumzulaufen. 😉 ) Fühlt Euch gedrückt!

2017 – what a year…

2017 war für mich in vielerlei Hinsicht eine echte Herausforderung und so ganz anders als ich es Anfang des Jahres erdacht habe. Eigentlich wollte ich möglichst schnell nach meiner Krankheit „back to normal“ und die Chemo, die Bestrahlung, den Krebs und was er noch so alles mit sich gebracht hatte, vergessen. Wenn ich das heute so betrachte, dann muss ich fast lachen, weil die Vorstellung nach so einer hmm sagen wir mal einschneidenden Erfahrung, einfach wieder mal eben ins alte Leben zu hüpfen, ja doch echt naiv ist. Es ist ein bisschen so wie in den alten James Bond-Filmen. James klettert aus den Trümmern ohne eine Schramme, wischt sich den Schutt von der Schulter und macht weiter als wäre nichts gewesen. Aber so funktioniert das Leben leider nicht, naja wobei eigentlich ist es auch gut, dass das Leben so nicht funktioniert und in meinem Fall bin ich echt froh, dass mein Körper das nicht so einfach mitgemacht hat. So habe ich das Jahr also ganz anders als geplant verbracht, getreu dem Motto „Wer nicht hören will, muss fühlen“ und oh man, was habe ich alles gefühlt. Angst, Wut, Trauer, Hilflosigkeit, Verzweiflung und wieder Angst. Aber das wirklich Großartige ist, dass es immer auch diese anderen Tage gibt. Tage an denen die Seele sich eine kleine Auszeit nimmt und wieder Kraft sammelt, an denen das Gefühlte verarbeitet wird und man langsam aber sicher lernt. Zuerst waren es ehrlich gesagt nur Stunden, die Sonne war meistens involviert. Vitamin D ist ja eine ganz tolle Sache und ich finde es gibt wenig heilsamere Dinge, als einen Nachmittag die Sonne und den Wind im Gesicht zu spüren und einfach mal nichts zu tun. Die kleinen Monster kommen meist von ganz allein wieder und auch heute sind sie immer mal wieder da und an solchen Tagen hadere ich wieder mit mir selbst, habe Angst und mache mir Sorgen über meine Zukunft. Aber diese Tage vergehen und mittlerweile habe ich verstanden, dass sie zu mir gehören. Wichtig ist halt nur, dass sie im Gleichgewicht mit den anderen „positiven“ Tagen sind. Für mich ist das ehrlich gesagt, meine große Erkenntnis des letzten Jahres. Verzweifelt habe ich versucht alles „Negative“ loszulassen und bin daran kläglich gescheitert. Was ja nicht verwunderlich ist so im Nachhinein betrachtet. Es kann nicht immer nur alles gut und schön sein, das wäre ja auch schrecklich langweilig. Gut, ich gebe zu, dass ich die meisten Erfahrungen nicht wirklich gebraucht hätte, aber doch haben sie mich genau hierhin gebracht. An diesen Punkt wo ich ganz zufrieden mit mir selbst auf der Couch sitze und meine Gedanken in den Laptop tippe. Auch wenn das nicht jeden Tag so gut klappt und manchmal meine kleinen Monster ungefragt anklopfen und ich wieder diesen Wutknubbel im Bauch habe oder die Angst, die mir sagt, dass schon irgendwas Schlimmes wieder passieren wird… aber ich habe endlich verstanden, dass dies mein Leben ist und ich es auch genauso einrichten darf, nämlich wie ich es möchte. Klar, ist das nicht immer so ganz einfach sein Leben einmal komplett umzukrempeln, erlernte Muster zu verändern und irgendwie gehören da halt auch viele Tränen zu und vor allen Dingen immer wieder loslassen und annehmen. Annehmen ist ja mein Wort für 2018. Im letzten Jahr war „loslassen“ ganz weit vorn und 2016 würde ich so im Nachhinein einfach mal mit „kämpfen“ betiteln und jetzt zum Ende des Jahres habe ich dann auch mal verstanden, dass man manche Dinge einfach nicht loslassen kann, weil sie zu einem gehören. Was mich vor eine gewisse Herausforderung stellt, wenn ich ehrlich bin, aber ich bin ganz guter Dinge, dass ich die mit ein bißchen Geduld, Selbstliebe und Yin Yoga nun auch noch schaffen werde und so verabschiede ich 2017 doch mit einem wirklich guten und dankbaren Gefühl. Auch wenn es mich zwischendurch echt in die Knie gezwungen hat, so war es doch auch ein unglaubliches Jahr mit wunderbaren Erlebnissen, wirklich tollen Menschen, die gekommen, gegangen oder geblieben sind, die Erkenntnis, dass Raben wunderschön sind, dass ich vor meiner eigenen Kraft keine Angst haben muss und dass mein Leben alles andere als „normal“ sein soll sondern eher eine wilde Achterbahnfahrt mit Höhen und Tiefen, die alle gefühlt werden wollen und last but not least, dass ich dem Krebs sehr gerne meinen erhobenen Mittelfinger zeige! Danke, dass Ihr mich alle dabei unterstützt und lest was mein Köpfchen so ausbrütet. Es fühlt sich großartig an und ich freue mich auf ein wundervolles neues Jahr mit Euch. Rutscht gut hinein, mögen Eure Wünsche in Erfüllung gehen. Fühlt Euch alle gedrückt und geherzt und an alle tapferen Tigerherzen da draußen: Hört nicht auf zu kämpfen! :-*

 

Maker:S,Date:2017-11-10,Ver:6,Lens:Kan03,Act:Lar02,E-ve
2018 – Ich bin bereit und freue mich auf meinen Herzensweg. Auch wenn er auf den ersten Blick etwas wirr daherkommt aber es ist meiner! 🙂

 

Wo die Energie so hinfließt…

Seit Monaten beschäftige ich mich immer wieder damit, was genau ich jetzt in meinem Leben ändern möchte. Denn das sich etwas ändern muss, das steht für mich seit meinem Zusammenbruch im Frühjahr außer Frage. Eigentlich war auch ganz schnell klar, dass ich irgendetwas mit Sport machen möchte und dass ich gerne etwas von dem was mir während meiner Krankheit geholfen hat, weitergeben möchte. Sportgruppen für betroffene Frauen, das hört sich für den Anfang doch ganz gut an oder? Über den Sommer hat sich dann herauskristallisiert, dass Yin Yoga auch mit in mein neues Leben eingebaut werden soll aber anstatt einfach mal loszugehen, habe ich immer wieder gezögert, auf Unterstützung von Ämtern gewartet und mir ganz viele Gründe überliegt, wieso ich nicht jetzt sofort einfach mal loslegen kann. Kennt ihr dieses Phänomen, also dass man „Ausreden“ oder „gute Gründe“ findet, wieso man etwas NICHT tun kann? Ich habe das tatsächlich sehr häufig und in allen möglichen Lebenslagen gemacht. Was irgendwie immer zu so einer Art Schockstarre geführt hat. Anstatt einfach loszulegen mit den Dingen, die mir Spaß machen, habe ich innerlich jede Menge Kämpfe gefochten um herauszufinden, was genau jetzt das Richtige ist. Irgendwie habe ich versucht den Weg meines Herzens mit dem Kopf zu gehen. In den letzten Wochen ist mir aufgefallen, wie unglaublich verrückt und kontraproduktiv das eigentlich ist. Mit der Energie ist das ja nämlich so eine Sache, sie fließt dorthin wo wir sie hinlenken und in dem Fall waren es jede Menge Zweifel die immer mehr Futter bekommen haben. Nehmen wir mal den Schluckauf als Beispiel, ich glaub das kennen wir alle. Wenn wir verzweifelt die Luft anhalten um ihn loszuwerden, haben wir meist keine Chance. Lenkt uns aber jemand ab von dem Hickepick, dann ist er recht schnell auf wundersame Weise verschwunden. Dieser Trick funktioniert bei mir in ganz vielen Lebenslagen. Natürlich kann ich damit nicht alles wegzaubern, aber es ist überraschend wie viel man dann doch selbst lenken kann. Naja ich gebe zu, dass ich da auch durchaus noch Luft nach oben habe und mir dieser recht simple Trick auch nicht immer gelingt. Aber wieso ist das bloß so? Wieso neigen viele Menschen dazu, immer wieder Gründe zu finden, um etwas nicht zu tun bzw. wieso richten wir so gerne unseren Blick immer auf das Schmerzliche oder die negativen Erfahrungen? Während meiner Chemotherapie habe ich sehr viel Zeit damit verbracht, mir darüber Gedanken zu machen wie sehr meine Ausdauer und meine Fitness nachgelassen haben. Ja, ich weiß, dass ich eigentlich andere Sorgen hatte, aber im Endeffekt war es wohl einfacher hierüber zu schimpfen als über die Gesamtsituation. Wie auch immer, anstatt, dass ich mich freue, dass ich alle 2 Wochen so fit bin, dass ich in den Park sporteln kann, habe ich mich mehr darüber geärgert, dass meine Kondition extrem abgebaut hat und meine Burpees nicht mehr schön aussehen. Damit die Sache noch wilder wurde, habe ich mich gerne mit gesunden Menschen verglichen und war traurig und wütend, wenn ich da nicht mithalten konnte. Totaler Schwachsinn oder? Würde ich heute auch so sagen, aber trotzdem habe ich vor ein paar Wochen noch darüber berichtet, wie schwer es mir fällt einfach ganz entspannt und locker wieder mit dem Lauftraining anzufangen. Das mit dem Energielenken scheint in der Praxis doch irgendwie schwieriger zu sein. Für den Anfang habe ich nun denn also erst einmal mit Kleinigkeiten angefangen. Das Wort „Problem“ habe ich komplett aus meinem Wortschatz gestrichen, ich kenne nur noch „Herausforderungen“ und so simpel wie das auch klingen mag, aber es hilft mir ungemein. Herausforderungen sind deutlich angenehmer zu handhaben als Probleme, die wirken irgendwie immer direkt abschreckend und gerne unlösbar.

Und trotzdem habe ich in den letzten Wochen immer wieder Gründe dafür gefunden, wieso ich mein neues Leben nicht sofort in Angriff nehmen kann. Gut, der Tinitus und die Thrombosenarbe sind jetzt nicht mal eben wegzureden aber mein Piepen hatte ja z.B. auch irgendwie einen großen Anteil an meiner Energieerkenntnis. Das ist nämlich meistens auch viel lauter, wenn ich Ruhe habe und ihm meine ganze Aufmerksamkeit widmen kann und mit meinem Bein ist es ähnlich. Manchmal warte ich schon drauf, dass es anfängt zu schmerzen und welch Überraschung, wenn es meinem „Wunsch“ dann auch nachkommt. Aber gut, es wäre jetzt auch zu schön, wenn sich mal eben so alles ändert nur weil man den Entschluss gefasst hat. Wie bei allem steckt hier auch eine gewisse Hingabe an den Prozess dahinter und es gibt halt einfach Tage, da fällt man in seine alten Muster zurück und ach da ist sie dann auch schon wieder, diese fiese kalte Angst. Still und heimlich hat sie sich aus ihrer Kiste geschlichen und erklärt mir wieder, wieso es so viel besser ist, wenn ich nichts ändere und einfach mal ganz ruhig abwarte, so wie immer. Vor einem halben Jahr hatte sie mich noch komplett in ihrem Griff. Ich habe geweint und mich tagelang zuhause verschanzt. Das Leben erschien mir als viel zu gefährlich und wenn ich mal keine Angst hatte, dann war ich so unglaublich wütend darauf, dass ausgerechnet mir das jetzt alles passieren muss und schon wieder liefen diese heißen Tränen der Wut meine Wangen hinunter. Heute weine ich nicht mehr ganz so häufig und wenn sie raus will, sage ich meiner Angst kurz mal Hallo, nehme sie war und schiebe sie dann wieder lächelnd in ihre Kiste zurück. Meine Wut versuche ich auch nicht mehr zu unterdrücken, der Boxsack in unserem Wohnzimmer soll ja schließlich auch seine Berechtigung haben und ja manchmal schreie ich auch dabei. Manchmal hilft es aber auch, wenn ich mich auf mein Kissen setze, meditiere oder Yin-Yoga übe. Mittlerweile habe ich gelernt zu verstehen, was genau meine Seele benötigt um sich zu entfalten und genau das bekommt sie dann auch und manchmal ist es eben auch einfach mal eine Runde weinen. Lange habe ich hier mit mir gehadert und verzweifelt versucht meine Traurigkeit loszulassen, damit ich endlich nicht mehr weinen muss. In meiner letzten Yin Yoga Stunde ist mir dann bewusst geworden, dass auch dieses Gefühl zu mir gehört und eben gefühlt werden möchte. Tränen können ja sogar sehr befreiend sein und wenn man einmal Rotz und Wasser geheult hat, dann fühlt man sich ja auch angenehm frisch danach. Wieso also nicht einfach mal dieses Gefühl annehmen wie das Lachen und die Fröhlichkeit auch? Gut, eine zeitlang habe ich recht viel geweint aber genau genommen, gab es da ja durchaus auch einfach jede Menge zu betrauern. Also, raus damit, Gefühle wollen gefühlt werden und gehören einfach zu uns. Und irgendwie bringen mich meine Gefühle ja auch immer weiter. Die letzten Wochen habe ich mir wie gesagt den Kopf zerbrochen wohin meine Reise jetzt gehen soll. Mehr in den Fitness-Bereich oder doch lieber ins Yoga? Ehrlich gesagt hat mich diese Entscheidung fast zerrissen, weil ich sie einfach nicht treffen konnte. Ich konnte und wollte mich nicht für eines entscheiden aber irgendwie dachte ich, dass ich das müsse. Verrückt aber so war es und dann werde ich morgens wach und mir ist klar, dass beides zu mir gehört und ich mich eben nicht entscheiden, sondern einfach nur losgehen muss.

Für mich ist es endlich auch völlig ok, dass es manchmal die Trommeln sind die mich erden oder das ruhige, fließende Yin Yoga und dann eben auch mal das Boxen oder das Laufen im Regen sowie das Gefühl nass geschwitzt und völlig platt unter die Dusche zu hüpfen mit dem Wissen alles aus mir rausgeholt zu haben. Wieso sollte ich auf eines verzichten? Nun freue ich mich also von Herzen auf meine Yin Yoga-Ausbildung im nächsten Jahr UND auf meine Personal-Trainer-Lizenz. Mal sehen wohin genau mein Weg mich dann führt, aber es fühlt sich großartig an endlich loszulaufen und darauf zu vertrauen, dass schon alles werden wird, wenn ich nur meine Energie auf all die Dinge lenke, die ich so gerne machen möchte, egal ob sie oberflächlich betrachtet zueinander passen oder nicht. Schon verrückt, da habe ich mir den halben Dezember den Kopf zerbrochen und dabei hätte ich doch eigentlich nur auf mein Herz hören müssen. Aber gut, ich lerne ja noch.

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… glücklich sein ist der Weg! 🙂

 

Diese Zeit im Jahr wenn alle fröhlich sind… oder doch nicht?

In ein paar Tagen ist es soweit, die vermeintlich besinnliche Zeit des Jahres steht vor der Tür. Die Dominosteine stehen fast schon seit Ende des Sommers in den Regalen der Supermärkte und ich befürchte, dass es dann auch bald wieder mit dem All-Time-Xmas-Hit „Last Christmas“ losgeht. Vereinzelt habe ich schon Stimmen gehört, die ihn schon vernommen haben wollen aber mir blieb er bisher verwehrt. Ich persönlich kenne ja ehrlich gesagt niemanden, der diesen Song noch gerne hört aber trotzdem dudelt man ihn jedes Jahr aufs Neue und wieder und wieder und… ich höre ja schon auf und sorry für den Ohrwurm! 😊

Jedes Jahr stelle ich mir dieselbe Frage: Magst Du Weihnachten noch? Die Antwort ist ein klares „JEIN“. Früher mochte ich diese Tage im Jahr besonders gerne. Ich war ein kleiner Weihnachtself, habe gebacken, den Baum geschmückt, bin über Weihnachtsmärkte geschlendert und habe Geschenke gekauft und hübsch eingepackt. Tagelang habe ich mit meiner Mutter überlegt was wir an Heilig Abend gemeinsam kochen wollen und die Wohnung geschmückt. Hierzu lief meistens Elvis Presley in der Dauerschleife und dass ich in dieser Zeit Geburtstag habe, war für mich immer irgendwie ein Glücksfall. Was hat sich also geändert? Die Antwort hierauf ist simpel: Der Mensch, der Weihnachten für mich zu dem Fest gemacht hat, was es war, lebt nicht mehr. Zu keiner Zeit im Jahr ist mir ihr Verlust so schmerzlich bewusst wie im Advent und zu den Feiertagen. Erinnerungen kommen hoch, wie es mal war und nie wieder sein wird. Manchmal ist Wut dabei, darüber, dass ich viel zu früh ohne sie auskommen muss und dass es mich jedes Jahr aufs neue traurig macht.

Versteht mich nicht falsch, ich freue mich darauf Heilig Abend mit dem Mann und seiner/unserer Familie zu feiern. Ich bin unheimlich dankbar und froh ihn und meine Freunde an meiner Seite zu haben aber trotzdem ist da immer dieses eine Gefühl präsent. Jahrelang habe ich damit gehadert und gedacht, dass etwas nicht richtig mit mir ist. Dass ich die Vergangenheit loslassen muss und ich mich lieber auf die Menschen, die jetzt in meinem Leben sind konzentrieren solle. Lieb gemeinte Ratschläge gingen auch immer in diese Richtung, was mir meistens noch mehr das Gefühl gab, dass irgendetwas da nicht stimmt und ich auf eine schräge Art „undankbar“ bin.

Dieses Jahr habe ich beschlossen, dass ich das nicht mehr möchte und es absolut ok ist, dass ich meine Mutter in dieser Zeit besonders vermisse. Das Band zwischen Mutter und Tochter ist ein ganz Besonderes und ich bin fest überzeugt davon, dass es einfach auch schmerzlich sein darf, wenn dieses zerrissen ist. Es ist auch nichts Schlimmes daran, dass ich Weihnachten nicht mehr mit leuchtenden Augen entgegenfiebere. Ganz ehrlich, wer tut das denn noch? Die besinnliche Adventszeit artet meistens in Stress aus und so richtig zur Ruhe kommt man doch hier schon lange nicht mehr. Ein Event jagt das Nächste und die Menschen, die man das ganze Jahr nicht gesehen hat, muss man unbedingt noch einmal treffen. Langsam aber sicher entwickelt sich eine Art Erfolgsdruck was die Geschenke und das Essen angeht und dabei kommt es hierauf doch gar nicht an. Die Zeit mit seinen Lieben sollte im Vordergrund stehen und wenn doch eine/r von diesen Lieben nicht mehr unter uns weilt, was genau ist so verwerflich daran, einfach mal traurig zu sein und sie/ihn zu vermissen? Rein gar nichts!

Aber ich will gar nicht meckern, wirklich nicht. Ich möchte einfach nur mal sagen, dass es völlig ok ist, wenn Weihnachten manchmal nicht mehr das ist was es mal war und überhaupt finde ich, dass man ruhig auch mal traurig sein darf, wenn einem danach ist. Gewisse Dinge müssen und wollen einfach betrauert werden. Das bedeutet ja nicht, dass man sofort depressiv ist und ich weiß wovon ich rede, ich war da schon… just saying.  Wenn man es genau betrachtet bin ich da auch eher hingelangt eben weil ich meine Gefühle nicht gespürt und ihnen nicht vertraut habe. Also nehmt es mir bitte nicht übel, wenn ich nicht so euphorisch auf diese Zeit im Jahr hinfiebere. Aber für mich hat Weihnachten einfach seinen Glanz verloren…

Alles Liebe! 😊

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Die Angst – Ignoranz ist auch keine Lösung

In den letzten Wochen und Monaten habe ich mich viel mit dem Thema Angst beschäftigt. Grundsätzlich hat ja auch die Angst wie alle Gefühle ihre Berechtigung und möchte zunächst einmal wahrgenommen und gefühlt werden. Wir haben ihr erst diese negative Eigenschaft auferlegt. Für unsere Vorfahren war sie sogar ein sehr gutes und wichtiges Gefühl. Ohne Angst, hätten sie den Säbelzahntiger vielleicht nicht schnell genug bemerkt und wären direkt in ihr Verderben gelaufen. Aber es gibt einen großen Unterschied dazwischen Angst bewusst zu fühlen, wahrzunehmen und wieder loszulassen und sein Leben und sein Handeln von ihr bestimmen zu lassen. In meinem Leben gab es irgendwie immer recht viel Angst ohne dass ich es wirklich bemerkt habe. Viele Entscheidungen habe ich getroffen, weil ich Angst vor den Konsequenzen und Reaktionen meiner Mitmenschen hatte. Bewusst war mir das nie, bis ich dann einen handfesten Grund hatte wirklich Angst zu haben und sie mich von da an erst einmal nicht mehr losgelassen hat. Auch dann nicht als ich wieder gesund war und eigentlich alles gut sein sollte. Heute versuche ich meine Entscheidungen ganz bewusst eben nicht aus Angst zu treffen. Was mir mal mehr und mal weniger gut gelingt. Schließlich möchte ich auch nicht allen Menschen in meinem Umkreis vor den Kopf stoßen. Aber die meisten akzeptieren, dass ich gewisse Dinge auf einmal anders mache. Früher habe ich immer gedacht, dass man ganz viele Gemeinsamkeiten haben muss in einer Freundschaft oder auch Partnerschaft. Heute empfinde ich die Dinge, die uns unterscheiden als viel spannender. Von ihnen können wir lernen und uns weiterentwickeln und eben neue unbekannte Erfahrungen machen. Wenn wir uns nur darauf einlassen und die Angst neue Wege zu gehen, für einen Moment zur Seite schieben.

Aber es gibt natürlich auch andere Ängste, die sich nicht so einfach wegschieben lassen. Die Angst vor dem eigenen Tod, die auf einmal wie ein ungebetener Gast an meine Tür geklopft hat. Dieses ungute kalte Gefühl in der Magengegend, auf einmal war es da und jedes Mal, wenn ich es spürte hat es wieder etwas mehr von meinem Ich verschluckt. Zunächst habe ich es gar nicht wirklich gemerkt. Schließlich hatte ich Brustkrebs, da darf man ja ruhig mal Angst haben und mit der eigenen Sterblichkeit konfrontiert zu werden, ist schon eine ganz eigene Herausforderung. Natürlich war auch mir bewusst, dass ich irgendwann mal sterben werde. Aber normalerweise liegt hier die Betonung eher auf IRGENDWANN. Der eigene Tod ist meist nur schwer vorstellbar, überhaupt ist es nicht schick über den Tod und die Angst davor zu sprechen. Es ist viel einfacher den Kopf in den Sand zu stecken. Als Kinder glauben wir, dass wir unsichtbar sind, wenn wir die Augen schließen. Eigentlich sollten wir als Erwachsene doch wissen, dass es eben nicht so ist. Aber was den Tod angeht, leben wir alle ganz getreu dem Motto “Was ich nicht sehe, gibt es auch nicht!” Verrückt oder?

Kurz nachdem meine Mutter im Jahr 2008 gestorben ist, habe ich das erste Mal wahrgenommen, was genau das Sterben eines Menschen in unseren Mitmenschen für schräge Verhaltensweisen hervorruft. Mir ist es passiert, dass eine Nachbarin mich im Supermarkt gesehen und vor Schreck erst einmal die Richtung gewechselt hat. Die unterbewusste Angst vor dem eigenen Tod und die Hilflosigkeit mir ihr Mitgefühl auszudrücken, hat sie wohl dazu gebracht. Ehrlicherweise muss ich gestehen, dass es mir nicht anders ging. Als meine Tante einige Jahre zuvor verstorben ist, stand ich selbst sehr hilflos vor meinem Cousin und wusste nicht was ich sagen sollte. Ich hatte das Gefühl, dass ihn ohnehin meine Worte nicht trösten können, schließlich war seine Mutter soeben gestorben. Jahre später, als ich dann selbst in dieser Situation war, habe ich verstanden, dass es überhaupt gar nicht um schlaue Worte oder das Gefühl des Trosts an sich geht. Es ist vielmehr einfach das Gefühl, dass die eigene Trauer gesehen und verstanden wird. Schließlich haben wir alle schon einmal liebe Menschen verloren. Wir wissen wie es sich anfühlt, aber doch stammeln wir in solchen Situationen merkwürdig hölzern durch die Gegend, gucken beschämt zu Boden und wechseln die Richtung um nicht in die Bredouille zu kommen unser Mitgefühl ausdrücken zu müssen. Wir schließen die Augen und sehen die Tragödie einfach nicht und dabei wollen diesen Tragödien doch einfach nur ihren Tribut gezollt bekommen.

Wieso ist das so? Wäre es nicht viel einfacher, wenn wir ehrlich und offen über unsere Ängste sprechen würden? Würde nicht gar der Tod oder jede schlimme Krankheit etwas von dem Schrecken verlieren, wenn wir einfach mal darüber reden? Es kann ja nun wirklich nichts passieren, nur weil wir miteinander reden. Wir werden uns nicht anstecken. Krebs z.B. ist ja auch schlichtweg nicht ansteckend und trotzdem kam ich mir im letzten Jahr regelmäßig sehr ausgegrenzt vor. Menschen haben zu Boden geschaut, wenn sie meinen kahlen Kopf gesehen haben, sind zurückgeschreckt, wenn ich von meinem Port erzählt habe und immer wieder diese schreckliche Angst überall! Dabei war ich doch diejenige, die wirklich Grund hatte verängstigt zu sein, schließlich war es mein Leben was da grad den Bach runterging. Aber überall konnte ich in vielen Augen die blanke Panik sehen, wenn sie mich anschauten. Es gab in der Zeit nur sehr wenige Menschen, die mir durchweg immer mit dem festen Glauben begegnet sind, dass ich das schaffen werde. In ihren Augen habe ich nie Angst gesehen. Bestimmt hatten sie diese auch, aber sie haben sie in meiner Gegenwart ganz tief in ihrem Innern verschlossen und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar, denn sie haben mir das Vertrauen in meine eigene Kraft gegeben, weil sie niemals an mir gezweifelt und mir dadurch unglaublich viel Mut gegeben haben. Wenn meine Angst zu groß wurde, haben sie mich in den Arm genommen und sind nicht müde geworden mir die schönen Dinge zurück ins Leben zu holen. Was soll ich sagen, eine Umarmung ist so ziemlich das beste Mittel gegen die Angst. Sie berührt unser Herz und auf einmal braucht es gar keine klugen großen Worte, manchmal sind es die Gesten die wirklich was bewegen. Ich bin also durchaus für mehr Umarmungen, mehr Liebe und mehr Herzlichkeit im Leben. Los umarmt Euch! Fangt am besten direkt damit an und für die ganz verwegenen unter Euch, lächelt doch mal wahllos in die Welt. Mir ist gestern wieder einmal ganz extrem aufgefallen wie wenig wir doch lächeln in unserem Alltag und wie überrascht Menschen reagieren, wenn ich sie einfach mal anlächele. Man glaubt es kaum, aber sie freuen sich und die meisten lächeln sogar zurück. Vielleicht fragt ihr Euch jetzt, warum macht sie das und wieso sollen wir das jetzt auch? Ja aber warum eigentlich nicht? Ich hab ja schon erwähnt, dass ich ein Fan bin, egal ob echt oder künstlich herbeigeführt. Lachen ist gut und es vertreibt die Angst und das ist doch eigentlich das Wichtigste und schwups bin ich vom Thema Angst wieder zu meinem Lieblingsthema gekommen! 🙂

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Der Unterschied zwischen den beiden Lachen ist mehr als deutlich sichtbar, aber ein Lachen ist ein Lachen…
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Meine Teetasse hat auch etwas dazu zusagen. 🙂

 

Diese fiesen kleinen Monster im Kopf

Die Nordsee, schön, frei und wild oder wie heißt das noch in dieser Bierwerbung? Letztes Wochenende konnte ich das mal wieder in Farbe und Bunt erleben. Im vergangenen Winter habe ich eine Fitnessreise gewonnen und jetzt war es endlich soweit – auf nach Sankt Peter-Ording. Whoop whoop!

Meine Freundin Kira ist mitgefahren und eigentlich hätten wir auch schön im April oder September fahren können aber irgendwie war es wohl eher die Herausforderung der Herbststürme, die wir haben wollten. Naja, es mag auch daran liegen, dass ich schon auch fit sein wollte, damit ich mal so richtig einen raushauen kann. Und wieder einmal ist es anders gekommen als geplant und während ich das hier so schreibe frage ich mich auch, wann ich denn wohl endlich aufhöre Dinge zu planen? Na klar bin ich schon ganz schön fit aber meine Kondition bereitet mir nach wie vor gehörig Kummer. Wir Menschen neigen ja irgendwie dazu uns immer erstmal den negativen Dingen zu widmen und das Positive mal geschmeidig zu ignorieren. Ich bin da auch keine große Ausnahme, wenn es zu eben diesem Thema kommt und so ärgere ich mich regelmäßig darüber, dass ich recht schnell ins Schnaufen gerate und mein Thrombo-Fuß dann auch immer gerne etwas rumzickt obwohl die Thrombose ja längst weg ist und „nur“ eine Narbe in der Vene hinterlassen hat. Aber ich versuche meine Energie tapfer weg von meinem Bein auf die schönen Dinge zu lenken. Man kann sich ja sonst auch in so Sachen reinsteigern. Also ich kann das bedauerlicherweise manchmal auch ganz hervorragend! Aber zurück ans Meer…

6 Stunden sollte die Autofahrt bis Sankt Peter-Ording dauern. Der Mitarbeiter in der Autovermietung hat uns 2x darauf hingewiesen, dass 100 PS für das kleine Auto schon echt viel seien und es ganz schön schnell flitzen würde. Hmm, anscheinend wirkten wir wie passionierte Rennfahrerinnen?! Aus den geplanten 6 sind allerdings doch 7 Stunden geworden. Bei Stau helfen die ganzen PS halt auch nicht. Als wir angekommen sind war alles dunkel und das Meer konnte nur erahnt werden. Ralf Bauer war auch weit und breit nicht zu sehen aber jede Menge Booties aus ganz Deutschland und auch meine wunderbare Leonie, meine Trainerin mit der ich so tapfer dem Krebs getrotzt habe und die mir immer wieder meine innere Sonne aufgefüllt hat. Da wir das erste Training verpasst haben, bezogen wir erst einmal unsere Zimmer und am nächsten Tag sollte es dann früh morgens mit einem lockeren Strandlauf losgehen. Laufen… oh verdammt, ich dachte ja wir machen eher so Zirkeltraining, Ernsthaft, muss das sein? Hier als kleine Erklärung, bevor ich krank geworden bin, habe ich mich ja in die Form meines Lebens gesportelt und in diesem Zusammenhang habe ich auch mit dem Laufen angefangen. Wandern und Radfahren war zwar schon immer mein Ding, aber zum Joggen konnte mich 36 Jahre niemand bewegen, bis zu diesem Frühjahr 2015. Zunächst habe ich nur kleine Runden im Park gedreht und immer wieder Pausen mit Übungen eingebaut, bis ich dann irgendwann eine Stunde am Stück durchlaufen konnte und damit stellte sich dann auch ganz schnell eine gewisse Begeisterung ein. Läufer kennen das, die ersten Minuten tun noch weh und dann irgendwann ist der Kopf leer und man möchte am liebsten gar nicht mehr aufhören. Mega gut. Ende 2015 war ich dann kurz davor die 10km zu knacken und mächtig stolz auf mich. Mein Leben bestand aus 2x in der Woche Bootcamp und mindestens noch eine Laufeinheit am Wochenende und ich habe mich nie im Leben so gesund und gut gefühlt. Welch Ironie, dass ich zu diesem Zeitpunkt schon einen Tumor in meiner Brust hatte und eigentlich so überhaupt gar nicht gesund war. Aber das wusste ich ja nicht und so war ich echt rundum mit mir und meinem Sein zufrieden. Rückblickend betrachtet, hat mir diese Grundfitness natürlich extrem dabei geholfen die Chemotherapie relativ „gut“ (mir fällt es echt schwer in dem Zusammenhang das Wort „gut“ zu benutzen) zu überstehen aber wie bereits erwähnt, die Kondition war futsch und irgendwie war da so ein kleines Monster in meinem Kopf, das jedes Mal laut wurde, wenn ich langsam wieder anfangen wollte. Nach den ersten Schritten war es sofort da. Das unglaublich wütende kleine Monster das meine ganzen Erfolge überhaupt nicht sehen wollte, sondern nur stinksauer war, dass ich diesen ganzen Mist durchmachen musste und es mir nun so schwer fiel wieder loszulaufen. Meistens wird es herausgelockt, weil mein Bein schmerzt oder sich unschön anfühlt und im Endeffekt geht es wieder einmal nur um meine fehlende Geduld mit mir selbst.

Das ganze Jammern und das Drama in meinem Kopf hat aber nicht geholfen und so habe ich mich tapfer bei der Anfänger-Laufgruppe für den Strandlauf eingefunden. Der Plan sah Intervalle von 2 Minuten laufen, 1 Minute gehen vor, die habe ich durchaus schon im Park trainiert, das sollte also einigermaßen klappen. Dachte ich mir so. Genau genommen ging es auch, da beißt die Maus keinen Faden ab aber irgendwann kommt dann immer dieses kleine Monster raus und flüstert mir zu, dass ich das 2015 viel besser konnte und ratzfatz laufen heiße Tränen der Wut über mein Gesicht. Hier hilft nur in die Ferne schauen und möglichst tief zu atmen, sonst ist die nächste Panikattacke sicher. Zum Glück war ich ja aber am Meer, mehr Ferne geht ja gar nicht. Der Wind hat meine Tränen getrocknet und irgendwie war ich dann auch echt etwas trotzig.

Anstatt dass mir mein Monster nämlich erzählt wie mega beweglich ich durch Yoga und Pilates geworden bin oder wie schön meine Squats mittlerweile auch mit Kettlebell aussehen. Nein, das Mistvieh motzt nur rum. Was ein blödes Ding oder? Die Tatsache, dass ich in den letzten 2 Jahren auch ein paar Herausforderungen zu stemmen hatte, das lässt es eiskalt weg und vergleicht mich mit anderen. Wir Frauen sollten uns grundsätzlich nicht untereinander vergleichen, weil wir alle auf unsere ganz eigene und besondere Art wundervoll sind, aber sich im Sport miteinander zu vergleichen ist einfach besonders unnötig – egal in welche Richtung! Zumal hier dann auch das Allerwichtigste verloren geht: der Spaß! Bevor ich krank geworden bin, musste ich mich nie zum Training zwingen. Im Gegenteil, ich habe mich schon morgens darauf gefreut abends im Park zu sporteln und wenn es geregnet hat, war die Vorfreude meistens doppelt so groß, weil es absurderweise richtig gut tut und man sich hinterher wie die Königin der Welt fühlt. Wegen genau diesem Gefühl bin ich samstags um 7:30 Uhr aufgestanden und habe die Laufschuhe angezogen. Klar waren die purzelnden Pfunde ein durchaus angenehmer Nebeneffekt, dass will ich gar nicht in Frage stellen aber der Hauptgrund war der Spaß. Wieso also lass ich mir diesen jetzt so krass von meinem Monster nehmen? Warum bin ich schon wieder so schrecklich hart zu mir? Eigentlich habe ich doch grad gelernt, dass ich nur Geduld haben muss. Wer hat vergessen, dass meinem Monster zu sagen?

Aber Momentchen mal, vielleicht versuche ich einfach eine neue Taktik und gehe ab jetzt mit meinem kleinen fiesen Ding einfach liebevoll um. Wenn es nicht nett zu mir ist, vielleicht funktioniert es ja umgekehrt und ich kann es umstimmen und davon überzeugen, dass es völlig ok ist, wenn ich wieder von vorne anfange. Hauptsache es macht Spaß und irgendwie habe ich an diesem Wochenende genau den wiedergefunden. Endlich, ich kann es kaum erwarten am Samstag meine Laufschuhe zu schnüren und  mich zur Not wieder Runde um Runde an meine 10km ranzupirschen. Und wenn es nochmal ein Jahr dauert, irgendwann werde ich sie laufen und danach mit einem breiten Grinsen nach Hause gehen. Weil ich es kann und weil ich Menschen um mich habe, die mir immer wieder klarmachen, dass ich eine Kämpferin bin und Aufgeben keine Alternative ist! Ich freue mich drauf und ich werde berichten.

Was auch immer Euer Monster ist, habt es lieb und gebt nicht auf! Alles Liebe!

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